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Reisetag
10 Die Bucht der toten Wale
Tagebuch Volker:
Mitten im Hauptstädtchen Torshavn gibt es eine Bucht, in der bei Gelegenheit Wale geschlachtet werden. Sie werden hineingetrieben und dann mit Harpunen erstochen. Eine Biologin erzählt uns mit leuchtenden Augen von der letzten Walschlachterei im Sommer 2007, ein wunderschöner Tag sei das gewesen, strahlend blauer Himmel, die Bucht rot vom Blut Dutzender getöteter Wale. Ein Maler berichtet uns vom ersten Wal, den er als Jugendlicher erlegt hat. Uns kommt das alles sehr befremdlich vor. Aber hier ist das Waleschlachten eben Tradition. Wir haben dafür den Kölner Karneval – wer will schon sagen, was schlimmer ist. Aber trotzdem ... ich weiß nicht, ich weiß nicht.
Später tragen wir weiße Westen und baden unsere Hände in Unschuld, als Heiner, der Koch, der schließlich für alle Verpflegungsfragen zuständig ist, für uns ein Stück Blubber (Walspeck) kostet. Schmeckt scheinbar wie Speck mit Fischaroma. Da haben wir wohl nichts verpasst.