Nicht der Süden


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28 Gletscher und Eis

Tagebuch Kirsten:

Wir fahren tatsächlich durch Eisstücken. Das Eis knallt an den Bug. Das Eis zischt und wispert, weil immerzu alte Luft entweicht. Jahrtausendealte Luft. Da ist noch der letzte Mamutatem drin. Ich bezwetschkige mich (siehe Vogelfelsen). Nachts versuchen einige Immernochwache Eis mit Hilfe eines Hakens und einer Obstkiste zu angeln. Eisangeln. Unseren stolzen Fang vertrinken wir mit einem guten Tropfen, den Torsten mit uns teilt.
Vom ersten Gletscher, den wir sehen bin ich so begeistert, dass ich herumkrakele, dass ich ihn heiraten will und dass ich Kälber von ihm will. Gletscher zwei einen Tag später (der „14.Juli Gletscher“) finde ich zum Heiraten zu unstet, eher beängstigend. Er macht zwar viele Kälber aber ich finde es nicht so gut, wenn er jeden Tag anders aussieht und außerdem immer sone Welle macht.
Ich schreib einfach dummes Zeug hin, weil mich die Filmarbeiten verdorben haben. Normalerweise hätte ich zu vielen dieser extrem schönen, stressigen und sehr persönlichen Erlebnisse gar nichts gesagt und auch nicht mal was gedacht. Fühlen und schreiben das geht, aber sofort eine Meinung haben und aussprechen... da kommt aus Notwehr berliner Schnauze raus.
Gletscher, Mensch! Ich habe Gletscher gesehen. Stille.