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Reisetag
18 Am Mückensee
Tagebuch Volker:
Island scheint sehr schön zu sein, wenn man Reiseberichten und den Fotos, die wir gemacht haben, glaubt. Leider bekommen wir davon wenig mit. Wir rasen durch die Insel, vollkommen übermüdet und „unangekommem“, ab und zu halten wir, Kirsten und ich werden irgendwo in die Landschaft gestellt, laufen rum und erzählen irgendwas, dann wird wieder abgebaut und wir fahren weiter. Zwischendurch gibt es olle Würste und Baguettes an irgendwelchen Tankstellen. Heiner, wo bist Du? Unser Ziel ist der Myvattn, der „Mückensee“. Zum Gück gibt es dort gerade gar keine Mücken, dafür aber Simeon, der ein sehr sympathischer Mensch ist und alles über Vögel weiß. Wir verkneifen uns tapfer alle Witze, die mit Vögeln zu tun haben und die ein Ornithologe sicher ständig zu hören bekommt. Der Myvattn scheint sehr schön zu sein, wenn man Reiseberichten und den Fotos, die wir gemacht haben, glaubt.
Das Wetter ist ... interessant. Auf 5 Minuten Schneetreiben folgt Sonnenschein, folgt Regen, folgt Nebel, folgt Sonnenschein, folgt Sturm, folgen Schwefelwolken (oder kamen die an der einen komischen Stelle aus der Erde? Keine Ahnung, es war keine Zeit, dem auf den Grund zu gehen). Wir befragen Simeon zu Vulkanismus und einer ulkigen Fabrik. Er sagt: „Vulkanismus ist sehr interesant. Genau wie das Brutverhalten der argentinischen Großschnabelmöwe. Die argentinische Großschnabelmöwe ...“ Später stellt sich raus, dass er tatsächlich auch alles über Vulkanismus und ulkige Fabriken weiß!
Nach 20 Stunden Fahren und Drehen und Hungern und Frieren und Schwitzen steigen wir in einer kleinen Herberge ab, neben der ein Bottich mit heißem Wasser direkt aus der Erde steht. Es ist 1 Uhr, Dämmerlicht, es beginnt zu schneien, wir sitzen unter freiem Himmel in der Badewanne – herrlich! Morgen früh um 6 geht es weiter ...
Tagebuch Kirsten:
Auf dem Mywattn gibt es Vogelarten ohne Ende, weil es Mücken ohne Ende gibt. Hier feiern die Vögel den Sommer über eine riesige Party. Sie kommen angeflogen, suchen sich wen zum turteln, vögeln, Nest bauen und reineiern. Dann fliegen sie auseinander und im nächsten Jahr suchen sie sich wen anders oder den selben – kommt drauf an wie gut es lief zwischen ihnen. Eine Sommerehe. Der Ring am Beinchen besagt keine Zugehörigkeit, nur dass man man selber ist und zu sich selber gehört.
So hat es Ornitologe Simeon nicht erklärt, aber so hab ich es verstanden, denn so gefällt es mir.
Mywattn.
Mywattn los?
Übernachtung an dem Abend in Nafastadir.
Nafastadir überall an?
Später fahren wir durch Egilstadir.
Nafastadir an?
Egilstadir?




































