Nicht der Süden


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31 Bartwalrobbenrösser

Tagebuch Kirsten:

Oh, sind die sympatisch, diese Bartrobben. Da liegen die so und sind so sympatisch. Die heben mal den Schwanz, mal nicht, mal den Kopf, mal nicht. Mal das eine Auge auf, mal zu. Schnaufen, Prusten. Kein Gedanke zu viel, aber auch keiner zu wenig.
Ich hab vor der Kamera gesagt, dass sie aussehen wie Onkel Klaus. Der sieht im Prinzip aus wie Stalin und trotzdem sehen Bartrobben nicht aus wie Stalin.

Und auch nicht wie Walrösser. Der Weg zu den Walrössern führt durch neblig Strand und sibirisches Treibholz bis ein Haufen Walrossgelümmel auftaucht: Grunzend, Schnaufend, eigentlich jedes unanständige Geräusch in Perfektion beherrschend. Rolf gibt vor, wie schnell wir uns nähern dürfen. Noch ein Stück. Noch eins. Der Walrosshaufen schwabbelt träge. Nanu? Besuch? Ich bin total baff. So nah an so groß, an so viele, an absolut frei lebend. An Land sind sie ungefährlich, sagt Rolf. Im Wasser flink, aber an Land träge.
Man steckt die Zähne in den Sand oder in den Nebenmann. Mit großen Flossen popeln – schwere Sache. Wir grinsen alle in uns hinein. Das ist so ulkig dieses Gelümmel.
Als die Kolosse sich vom Wasser nähern, wird mir ganz anders. Das sind sehr große Gesichter und Leiber dran. Die Gesichter sehen schon eher neugierig aus, aber was weiß ich schon von Walrossmimik. Die sind gut drauf, sagt Norbert.

Wir hatten extra einen Geruchsaufnehmer mit, the Smellsguy. Der hält so ein großes Ding über den Geruch und damit der Wind den Geruch nicht so verfälscht, ist ein Puschel über die hochkomplizierte Technik gezogen. Also bei den Walrössern hat sich der Smellsguy echt bezahlt gemacht. Das kann man nicht beschreiben so einen Muschelrülps.