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Reisetag
20 Sigurbjörg
Tagebuch Volker:
Sigurbjörg habe ich vor zwei Jahren auf einem Poetry-Festival in Rotterdam kennengelernt. Sie ist Lyrikerin und Kolumnistin und ich mag sie sehr. Zweimal hat es sie inzwischen beruflich nach Berlin verschlagen; wir hatten uns zum Kaffee getroffen und nun konnte ich sie endlich gegenbesuchen. Sie hat sich zu einem Interview vor der Kamera bereit erklärt, aber am Abend unserer Ankunft in Rejkjavik, sagte ich dem Team, dass ich sie erstmal allein treffen wolle, um alles mit ihr zu besprechen ohne dass gleich ein großer Haufen fremder, schlecht englisch- und noch schlechter isländischsprechender Leute auf sie einredet und Themen und Drehorte festklopft. Ich traf mich mit ihr und zwei ihrer Freunde in einer Kneipe voller besoffener Fussballfans - und wir beredeten überhaupt nichts. War das herrlich, einfach nur Bier zu trinken und ein bisschen zu quatschen und ganz andere Gesichter zu sehen, als jeden Tag seit unserer Abreise!
An das Interview einen Abend später erinnere ich mich kaum noch. Wir waren wieder einmal viel zu früh aufgestanden und hatten schon 14 Drehstunden hinter uns. Ich weiß noch, dass das Gespräch irgendwann auf Eltern kam und ich, während ich mühsam versuchte, die Augen offen zu halten, fragte: „Parents? What are parents?“